2. Juli 2026
Pausentag wegen ungünstiger Witterung
Gestern am Abend ließ ich mich vom Wetterbericht verunsichern. Es war kräftiger Regen für Helsinki vorausgesagt. Doch dass ich einem Pausentag grundsätzlich nicht abgeneigt war, merkte ich am Morgen. Der stark bewölkte Himmel genügte schon für ein Liegenbleiben. Viel Regen gab es danach auch nicht, erst abends. Ich nutzte den Tag daher für eine Orientierung über meine weitere Route. Die Ostgrenze Finnlands rauf ist die Überlegung, und das Verfolgen der EuroVelo-Route 13 der grobe Plan. Es soll eine abgelegene, einsame und weitestgehend unberührte Gegend sein, ergaben meine Recherchen. Doch heute blieb mein Fahrrad erst mal unberührt. Der erste Tag in Finnland war ein Pausentag mit etwas Sightseeing in Helsinki. Beides hat mir gefallen, und der mächtige Dom besonders beeindruckt, wie auch die Entspanntheit in den Straßen.
3. Juli 2026
Im Dauerregen gegen Osten
Nach den sonnigen Tagen im Baltikum hat sich jetzt über Finnland eine Schlechtwetterfront niedergelassen, und das wahrscheinlich für einige Tage. Also fahre ich dennoch los, denn laut Wetterbericht schauen die nächsten Tage alle gleich schlecht aus. Ein paar Kurven sind sich noch trocken ausgegangen, dann setzte sich der erste Wassertropfen auf meiner Brille fest. Der Himmel war zwar stark bewölkt, doch weiter vorne in meine Richtung war es klarer. Am Radweg kamen mir einige Leute entgegen. Sie waren vermutlich am Weg zur Arbeit. Vielleicht wollten sie dort noch trocken ankommen, denn alle hatten es eilig. Bald wurde das Tröpfeln etwas stetiger. Aber noch hoffte ich auf Besserung, und dass die Regenwolken woanders hinziehen.
Die Vororte von Helsinki zogen sich auch. Aber irgendwann tauchten dann doch die ersten kleinen rot angemalten Holzhäuser zwischen den Bäumen auf und die Gegend wurde ländlicher. Eine kurze Steigung schaffte ich noch hoch, aber am Scheitelpunkt fing es unvermittelt kräftig zu regnen an. Ohne Regenkombi ging für mich nichts mehr, und ich behielt sie den Rest des Tages an. Zwei Frauen in roten Kurzarmshirts und schwarzen Jogginghosen schien der Regen nicht zu stören. Sie liefen plaudernd am Radweg an mir vorbei. Auch später staunte ich einige Male, dass sich die Finnen vom Regen anscheinend nicht beirren lassen. Ob Radfahrer oder Fußgänger, alle taten so, als ob sie der Regen nicht stören würde. Dabei waren einige von ihnen schon klatsch nass, weil ohne Regenschutz unterwegs.
Doch richtig angenehm war es mit meiner Regenkombi auch nicht. In einer Unterführung machte ich eine längere Pause. Der Regen war mir zu heftig geworden. Erst als er nach einiger Zeit in ein Tröpfeln überging, setzte ich meine Fahrt wieder fort. Ich war froh, dass es einen guten Radweg neben der Straße gab. Denn so bekam ich von den kräftigen Spritzern der Autos nichts ab, wenn deren Fahrspuren tiefer wurden. Am frühen Nachmittag lockerte es dann etwas auf. Mit dem Wasser einer großen Pfütze entfernte ich den vielen Sand am Rad. Und am frühen Abend beim Schreiben dieser Zeilen, musste ich dann ein paar Seiten voll mit d-Buchstaben entfernen. Ich war kurz eingenickt, und hatte den linken Mittelfinger auf der Tastatur geparkt. Ich wollte wohl irgendwas mit d schreiben, glaub es war d wie Dauerregen.